Bevor es uns wieder an die Westküste verschlägt, machten wir noch halt in Mattinata. Am eigentlich ist die Region für die Strände bekannt. Wir machten uns aber auf den Weg in die Berge. Eine Entdeckungstour von einem alten Kloster mitten im Wald. Außer ein paar Kühe trafen wir niemanden. Und könnten zwischen Sonne und Regen den Herbst genießen.
Dann ging die lange Fahrt bis zu den Toren von Rom los. Hinaus aus dem riesigen Olivenanbaugebiet, vorbei an bunten, hügeligen Weinbauplantagen an der Küste, bis über die Bergregionen nach Tivoli. Eine landschaftlich schöne Fahrt.
Weiter geht es nach Matera. Nachdem wir den Weg Richtung sassi gefunden haben erstreckt sich eine alte Stadt vor uns. Viele Häuser an den Stein gebaut. Wir liefen zum Dom. Und hatten einen guten Blick auf die halbrunde Altstadt.
Von da aus liefen wir viele Treppen runter und kamen auf die untere Hauptstraße. Erst da entdeckten wir erst Materials wirkliche Faszination. Die Häuser waren in den Stein gegraben. Bzw. Bestehende Höhlen im Stein würden bewohnt, tiefer und größer gehauen , ausgebessert und verschönert, so das Haus und Stein regelrecht verschmolzen.
Wir entschieden eine Nacht hier zu bleiben und einer der ältesten Städte der Welt. Da die Höhlen schon seit der Jungsteinzeit von Menschen besiedelt waren und auch die Kirchen und die Gemälde uralt sind. In den 1950/1960 Jahren wurden die eher armen Höhlenbewohner umgesiedelt in benachbarte Häuser. Da die Höhlen ohne Strom und Wasser ausgestattet waren. Und Menschen mit ihren Tieren darin lebten. So war Matera lange der „Schandfleck“ Italiens und Krankheitsepedemien brachte die Regierung zum Handeln. Mittlerweile ist Matera Europas Kulturhauptstadt 2019 und unesco Weltkulturerbe. Es wird viel wieder hergestellt und es ist eine wunderbare, faszinierende Stadt.
Wir könnten noch ein bisschen in der Stadt umherlaufen und uns im Straßen- und Treppenlabyrinth die faszinierende Bauart bewundern. Durch die Höhlen entstanden auch die Räume auf unterschiedlichen Ebenen im Berg. Eine Stadt die man gesehen haben sollte und für die sich der Umweg zurück an die Ostküste gelohnt hat.
Am nächsten Morgen genossen wir unser Frühstück auf der Dachterrasse mit Blick auf die Altstadt sassi von Matera. Leider begann es dann zu regnen. Trotzdem machten wir uns auf den Weg zum gegenüberliegenden Berg. Da heute leider keine Busse führen entschieden wir den Berg nur bis zu Brücke hinunter zu gehen und dann wieder umzukehren.
So verlassen wir Matera. Der Versuch mit dem Auto nochmal einen Blick von der gegenüberliegenden Seite zu erhaschen misslang, da wir zu faul waren auf einen weiteren kurzen Spaziergang.
Wir übernachten in einem umgebauten Trullo ein Zipfelmützenhäuschen in der Nähe von Alberobello. Nach dem Frühstück fahren wir zu dem Ort, an dem ganz viele dieser Häuser stehen. Seit 1996 gibt es Bereiche die zu UNESCO Weltkulturerben zählen. Wir laufen durch das kleine niedliche Örtchen und sind fasziniert von der Bauweise.
Die kleinen Runddachhäuschen sind im Idealfall ohne Mörtel gebaut und halten im Sommer kühl und schattig und im Winter warm, durch für dick gemauerten Wände. Eigentlich stehen sie vereinzelt auf den Feldern in der Region, aber in Alterobollo sind sie angesammelt und galten lange als Häuser der armen. Die Legende sagt das die nicht festen, theoretisch abbaubaren Häuser auch keine Steuern zahlen müssten. Besonders sind noch die Abschlüsse auf dem Dach “ Zippus“ Schlussstein ( oft eine Kugel) und manche der Häuschen tragen Symbole auf den Dächern oder auf dem kleinen zippus. Die Bauweise findet man überall auf der Welt , auch in Deutschland, aber ursprünglich kommt es wohl aus der Türkei
Die Erde der Felder ist rötlich und Steine gibt es sehr viele hier, was die Landwirtschaft erschwert. Oliven und Wein werden viel angebaut. Hin und wieder sieht man auch Mal Kühe.
Viel zu früh wachten wir am morgen alle auf. Wir zögerten den morgen etwas raus und trotzdem hatten wir das Gefühl spätestens um 11 Uhr Mittag essen zu können. Wir liefen durch Lecce, einer ganz schönen alten Stadt mit neuem Leben. Die Stadt erscheint uns Recht innovativ. Viele kleine Läden, nette Hipster Cafés und natürlich viele alte Kirchen. Viele der schönen alten Häuser sind gut restauriert und Leuchten durch den hellen Stein.
Auf die Empfehlung das wir unbedingt Matera anschauen sollen, verlassen wir die Westküste und machen uns nach dem Frühstück gemütlich auf den Weg zur Ostküste bzw. Lecce. Aufgrund der Unwetter ( Sizilien) und den nassen Wettervorhersagen im Süden, entscheiden wir uns für eine neue Route. Mit einem Picknick auf dem Supermarktparkplatz schaffen wir die Fahrt ganz gut. Am Abend stresst uns die Zeitumstellung, da es plötzlich um fünf schon Dunkel wird und wir bis zur Dunkelheit Abendessen, umbauen und aufräumen sollten. Zudem haben wir es nicht geschafft ohne Licht ins Bett zu kommen und so haben Jens und ich ein neues Hobby entwickelt – Mückenjagd!
Nach dem Frühstück und mit frisch gewaschenen ( noch nicht getrockneten) Sachen machen wir uns auf den Weg nach Diamante. Der Weg führt immer an der Küste entlang und vorbei an der großen Christusstatue, wobei wir uns entschieden nicht den Berg hoch zu fahren sondern sie nur von unten zu bewundern.
Wir erreichten Diamante und liefen gleich durch die Stadt um die Bilder zu finden.
An so einigen Hauswänden finden wir Gemälde und eindrucksvolle Bilder. Manche entdeckten wir erst wenn wir direkt davor stehen oder wieder zurück gehen, und die Perspektive ändern. Zum Abendessen gibt es die übliche Pizza.
Nach dem wir mit schönen Blick aufs Meer aufwachte unsere frisch gekauften Joghurts gefrühstückt hatten, spielten die Kinder schön mit dem französischen Nachbarjungen aus dem Bus in der Nähe. Wir unterhielten uns mit den Eltern und bauten die Hängematte auf. Gegen Mittag wollten wir zum Leuchtturm am Cape Porto. Leider gehört der dem Militär und ist eingezäunt, so das wir unser Mittagspicknick nicht wie gedacht am Leuchtturm machten sondern ein paar Meter davor aber mit toller Aussicht. Dann guten wir nach Scario und schauten uns in der kleinen Stadt ein bisschen um.
Noch vor dem Frühstück verließen wir den ganz neuen Stellplatz zwischen Hühnern, Gänsen, Schafen und Salat. Und machten uns auf dem weg zum Einkaufen. Dort suchte sich jeder ein Brötchen aus und wir frühstückten ganz unromatisch am Auto auf dem Parkplatz. Dann steuerten wir einen Campingplatz an der Küste an. Leider war der wie auch die zwei weiteren geschlossen, da die sein schon vorbei ist. Wir fanden aber einen guten Stellplatz an einem Strandparkplatz, direkt am Meer (etwas nördlich von Palinuro). Da verbrachten wir den Nachmittag mit schwimmen, sandburgenbau und einbuddeln. Ganz entspannt.
Heute wollen wir Neapel von unten anschauen. Viele der Steine für die tollen bauten wurde unter den Griechen unterirdisch abgebaut und oben dann verbaut. Unter den Römern dienten diese Hallen als Trinkwasserversorgung bis in das 19 Jahrhundert hinein gab es hier durch eine Flussumleitung Trinlwassér Vorräte. Nachdem auch in Neapel Colera ausgebrochen ist. Wurden die riesigen Wasserspeicher trocken gelegt und dienten dann im zweiten Weltkrieg als Bunker. Später auch als Weinkeller
Sie Römer bauten zudem im Zentrum ein Theater (6ooo Menschen-größere als in Pompeji) welches heute zugebaut ist. Teile davon kann man erahnen. Dies schauten wir uns ebenfalls an.
Nach der Führung aßen wir noch Mittag und gingen durch das Bahnhofsviertel zum Auto und verließen Neapel.
Eine faszinierende große alte Stadt liegt uns heute vor den Füßen. Wir durchlaufen die drittgrößte Stadt Italiens: Neapel. Wir staunen immer wieder über die sehr vielen alten Gebäude, Kirchen, Klöster, Villen, Stadthäuser, Prachtbauten,…
Gassen voller Balkone an altbauhäusern, soweit das Auge reicht. Viele sind nicht sehr gepflegt und es ist wuselich. Überall preschen Mofas durch die Gassen. Unser Ziel ist die Uferseite von Neapel und so tragen die tapferen Kinderfüße den ganzen Tag die Kinder durch die Stadt. Immer an der Hand und als Motivation soll ein pinker Donut dienen. An vielen laufen wir voll Vorfreude vorbei um dann festzustellen, dass die Donit Quellen sich wohl auf die Altstadt und kleine Gassen beschränken. So können wir gerade noch so auf ein Eis umschwenken- „Hauptsache sitzen und n Pause“, sagt Johann erschöpft.
Aber Jens und ich mögen Neapel irgendwie.
Im Hostel gibt es dann Bananen und Trinkjoghurt zum Abendessen. Damit wir uns nicht nur von Pizza und Eis ernähren.