Staubiger Zweifel

Donnerstag 3. Mai 2018

Unser Auto jückelt weiter auf der Rota 40 immer Richtung Norden ( wir haben nun schon mehr als 2000 km hinter uns gebracht). Obwohl wir eigentlich nur 335 km zurück gelegt haben, kommt es uns allen sehr lang vor.

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STAUB

Wir haben viel nicht aspaltierte Stücke dazwischen die viel Zeit und Konzentration fordern. Der Tag begann zum Glück auf dem Spielplatz, so das wir noch ein bisschen Bewegung hatten. Und dann knappe sechs stunden Wüste!!! zum Glück auch immer mal wieder Tiere und Baustellengeschehen, die uns die Fahrt verschönern.

Die Landschaft ist trotzdem irgendwie anders und besonders. Die Steine und der Sand erscheinen farbenfroh. Gerade das letzte Stück ist sehr staubig und so entdecken wir beim Ankommen das unser „Kofferraum“ nicht unbedingt Staubsicher ist.

Heute kommen uns Zweifel. Es liegt noch so viel strecke vor uns und wir muten unsren Kindern ganz schön was zu. Sie sind nicht nur in einer fremden Umgebung in der sie keiner mehr versteht, sondern auch die Fahrten sind recht anstrengend, jede Nacht ein anderes Bett und irgendwie hätte ich auf eine bessere Bilderbücherauswahl achten sollen 🙂 Obwohl diese Elternzeit uns alle herausfordert und ich manchmal denke, Elternzeit sollte man vielleicht doch lieber zu Hause machen einfach um sich und das leben kennenzulernen und zu genießen. Aber wir genießen trotzdem die Schönheit und die Weite des Landes und sind froh über die Möglichkeit so tolle Natur zu sehen und viel Zeit im Auto zusammen zu haben:-)

Quila Quina

Dienstag 1. Mai 2018 img_20180501_142331_1216186499419867759577.jpg

Wir trotzen dem Wetter und fahren an den Strand. Wir fahren dazu am Lago Lacar (an dem auch San Martin de los Andes liegt) nach Quila Quina. Die Strecke dahin ist bis jetzt die spannendste die wir hatten. Die Stelle am See befindet sich im Nationalpark (welcher 2500$pro Person Eintritt kostet)

Der Herbst in aller Schönheit und Farbenpracht

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Unterm Steeg wurde gekocht. Nudeln mit Seeblick

Die Kühe und Pferde laufen hier frei auf ihren Pfaden entlang.

Am Abend treffen wir noch mit einem Freund von Ayelen Tom in seinem neuen Laden „Andino“ http://andino-brewpub.negocio.site

Mit dem Einzug in unsere Cabana mit Seeblick beenden wir den Tag

Die Straße der sieben Seen

Montag 30. April 2018

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Camino de los Siete Lagos- Von „Villa la Angostura“ nach „San Martin de los Andes

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Morgens wachten wir in unseren kleinem gemütlichen Holzhäuschen auf und fragten uns mal wieder warum die Menschen hier nicht richtig isolieren bei den Temperaturen. Das Auto war zugefroren, aber wir begannen den Tag ganz gemütlich mit Frühstück um uns dann auf die “ Straße der sieben Seen“ zu begeben. Ab jetzt geht es nordwärts die Ruta 40 entlang.

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Ein See war beeindruckender als der nächste. Eine wunderbare Strecke die zum Wandern und Radfahren einlädt um ganz in die fantastische Natur eintauchen zu können. Wir genossen die Fahrt wie viele andere mit dem Auto.

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Hola Argentinia!

Sonntag 29. April 2018

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Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg Richtung Grenze.

Dieser Weg zeigt sich schnell als landschaftlich wunderschöne Strecke. Wir starten auf einer Art Hochebene die flach und idyllisch wirkt mit vielen glücklichen Kuhherden.

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Der Weg schraubt sich dann durch immer grüneren und dichteren Wald nach oben. Fast schon regenwaldartig ist der Nationalpark Puyehue, mit einigen Wasserfällen und im Hintergrund immer die weißen Gipfel der Anden.

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Dann passieren wir die chilenische Grenze, das erste Mal mit dem Auto und fahren fast eine Stunde durch beeindruckendes Niemandsland bis zur Argentinischen Grenze. Hier werden wir belächelt dass wir mit unseren geringen Spanischkenntnissen nach Argentinien wollen. Aber nach einem kurzen Autocheck, war es dann geschafft und wir konnten in Argentinien tanken und einkaufen und zu unserer schönen kleinen Hütte fahren. Dort machten wir einen kleinen Spaziergang durch den nahen Wald ( in Begleitung eines Bernardiners, der uns nicht mehr von der Seite wich).

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Glücklich und gespannt warten wir auf den morgigen Tag.

Lago Puyehue

Samstag 28. April 2018

Heute hatten wir einen kindgerechten Tag mit Steinchen werfen, schaukeln, Trampolin springen, draußen essen und vieles mehr. Und das alles mit Vulkan-/ Bergpanorama.

Ojos de Caburgua

Freitag 27. April 2018

Nach einer engen aber guten Nacht stand uns jetzt die „Schweiz von Chile“ offen mit einem großen Programm an Aktivitäten (wandern, Rafting, klettern, kajakfahren, bald auch Ski fahren,….) und spannenden Ausflugszielen (Vulkan, heiße Quellen, Wasserfällen, Seen, Thermen,…)

Wir machten uns auf den Weg zu den Wasserfällen von Caburga. Der Ausflug gestalteter sich nicht so lauffreudig wie gedacht, da der Parkplatz sehr nah an den Wasserfällen ist. Trotzdem genossen wir die Idylle da wir fast allein da waren.

Danach fuhren wir zum Lago Caburgua, kochen am Strand Nudeln und Mathilda bekam endlich Sandspielzeug. Es war herrlich!

Fahrtag

Donnerstag 26.April 2018

Heute regnet es und wir wollen ein bischen Strecke machen, da wir gestern nicht viel geschafft haben.

Die Tage die man in Deutschland vermeidet. Ca. 400 km am Tag fahren. Aber da das Wetter nicht so gut war war es eigentlich der perfekte Fahrtag. Mathilda hat das Malen entdeckt und das Auto als vertrautes zuhause akzeptiert.

An einer Tankstelle haben wir eine Frau getroffen die in Alaska gestartet ist und die Panamericana mit dem Rad zurückliegt. Sehr beeindruckend!

Unser Ziel war Puçon mitten im Seenland. Wir haben einn Hostel gebucht (Chili Kiwi). Bei der Ankunft erfuhren wir das Kinder nicht erlaubt sind. Aber wir durften trotzdem eine Nacht bleiben und das schöne Hostel genießen.

Anders als geplant+Villa Baviera

Mittwoch 25.April 2018

Am Morgen war alles mit Reif überzogen, aber malerisch schön. Wir verbrachten den Vormittag mit spielen auf dem Spielplatz, abwaschen und dem Versuch Guthaben auf die Handys zu bekommen.

Da wir mit unserer Handyaufladung leider nicht voran kamen machten wir uns auf den Weg zum „deutschen Dorf -Villa Baviera“ Ohne zu wissen was hinter dem Begriff stand. Als wir an der Pforte erklärten, das wir eigentlich nur Hilfe beim Guthabenaufladen haben möchten wurden wir rein gelassen. Dort wurden wir gefragt ob wir nicht bleiben wollen. Nach langen Überlegen, da wir nicht wirklich Strecke gemacht haben, bejahen wir.

Der Mittagschlaf wurde also im Hotel gemacht und dann auf dem Spielplatz gespielt.

Zwiegespalten und Meinungslos genossen wir die Gastfreundschaft und die eigenen Produkte der Bewohner des Dorfes.

Erst im Nachhinein beschäftigten wir uns mehr mit der Geschichte von der ehemaligen „Colonia Dignidad“ und sind froh das wir recht unbedarft unsere etwas komischen aber eigentlich recht postiven Erfahrungen sammeln konnten.

Angekommen

Dienstag 24. April 2018

In der Nacht wurden wir von Hunden bebellt. Und früh am Morgen kamen jede menge Trecker und Arbeitsfahrzeuge an uns vorbei. Wir waren sicher das Highlight des Dorfes an dem Morgen. Alle schauten und grüßen dann aber lächelnd.

Es war recht kalt achts und das Zelt war durch leichten Regen etwas naß von außen und von viel Atem von innen.

Wir wollten diesen Ort schnell verlassen. Bauten das Zelt unter dem kritische und amüsieren Blicken zweier Bauern zusammen und fuhren zur nächsten Tankstelle. Dort gab es dann Frühstück im Auto.

Auf der Suche nach Sandspielzeug für Mathilda und einer somit Karte, um endlich ins Internet kommen zu können führen wir nach Talca.

Dort schafften wir es mit Hilfe eines netten Mitarbeiters eine Sim- Karten zu kaufen. Mathilda bekam einen Ball und wir aßen zu Mittag, Pizza und „Sandwitch“

Weiter ging es dann Richtung Süden.

In der Nähe von Chaplin fuhren wir von der Autobahn und machten uns auf die Suche nach einer neuen Bleibe. Als ein Schild „Camping“ auftauchte, folgten wir diesem, über die „Huppelstraße“, dass mann im Auto hüpfte. Bis zu einer Kette.

Wir stiegen aus und eine Frau kam uns aus dem nahegelegenen Haus entgegen. Wir fragten über Google Translation, ob wir hier übernachten könnte und sie sagte sehr viel, was wir alles nicht verstanden. Dann ging die weg…. 🤔

Stieg ins Auto und wir folgten ihr. Vorbei an Kühen und schönen Feldern. Dann kamen wir auf den eigentlichen Campingplatz. Wunderschön mit einem kleinem Wald, Bach und eine großen Wiese. Der Besitzer kam dazu. Die Frau aus und der Campingplatz besitzer redeten untereinander. Alles was wir verstanden war, das der Campingplatz eigentlich geschlossen war, wir hier aber bleiben durften und auch alles nutzen durften, aber nix zahlen brauchten. Begeistert suchten wir uns einen Platz, bauten das Zelt zum trocknen auf und brachten System in unseren Kofferraum. So hatten wir uns das vorgestellt.

Sonne, Weite, Panorama, und wir mitten in der Natur. Die Kinder schienen ebenfalls aufzuatmen. Jetzt waren wir angekommen, so sollte sich Elternzeit anfühlen.

Zum Abendbrot gab es Grießbrei und nach dem Zähneputzen ging es dann die Leiter hoch ins Zelt.

Es war eine sternenklare Nacht und sehr kalt.

Uns wurde in der Nacht klar, warum die Campingseson beendet war. Wir machten uns besorgt Gedanken, wie es weiter gehen kann. Je südlicher desto kälter. Die Schlafsäcke der Kinder sind im Komfort Bereich ab 8 Grad was wahrscheinlich jetzt schon nicht mehr griff. Aber es war so schön und versprach noch so viel schöner zu werden. Aber die Kinder waren schon erkältet und Mathilda tat sich schwer komplett im Schlafsack zu bleiben…. Also was tun?

Erstenmal Die Nacht überstehen und am nächsten Morgen versuchen die Handys mit Guthaben zu laden.

Wild life?!

Montag 23. April 2018

Heute ist es soweit, wir wollen unser Auto abholen.

Da die Nacht zu früh zu Ende war und der Abend irgendwie fehlte, wollten wir uns nach dem Frühstück einfach die Zeit gönnen, Fotos zu ziehen, zu lesen und zu bloggen…

Das Frühstück war grandios und auch Johann holte sich danach ganz viel Schlaf. Mathilda spielte im Hostel verstecken mit ihren Kleinteile aus der Dose.

Mit dem Taxi ging es nach dem Reste- Mittagessen zur Autoverleihstation. Dort musste Jens viel Papierkram ausfüllen und alles wurde gezeigt und besprochen und dann ging es los. Die Kinder schliefen noch auf dem Gelände im Auto ein. Mit etwas Adrenalin verließen wir die Stadt und begaben uns direkt auf die „Routa 5- panamercana sul“ Richtung Süden.

Wir wollten fahren solange die Kinder schliefen, dann tanken, einkaufen und in einer alten Bäckerei (panpan vinovino- ein Kuppelbau seit 1830 wo früher Tagesrationen Brot für 1500 Landarbeiter die in der Hacienda beschäftigt waren gebacken wurden) zu Abend essen und dann einen Schlafplatz finden. Der Plan ging nicht ganz so auf. Das Einkaufen dauerte sehr lange. Wir mussten uns erstenmal ein Überblick verschaffen. Dann wollten wir nur noch schnell einen Schlafplatz finden, damit wir nicht im Dunkeln das erste Mal das Zelt aufbauen mussten. Aber auch das klappte nicht. Wir fanden nix was nicht bebaut oder umzäunt war. Leider ist unser Auto auch nicht gerade getarnt und überall waren Hunde. Dafür wurden die Anden hinter uns im wunderschönen abendliche Sonnnenuntergangslicht angestrahlt.

Auf einer Art Parkplatz im Dunkeln stellten wir uns dann einfach hin ubd verbrachten über erste Nacht im Zelt.