Samstag 12. Mai 2018

Früh am Morgen stand Jens auf und lief zur Polizei um herauszufinden ob wir uns auf den Weg zum Paso San Francisco machen können. Die Beamten gaben uns das okay und damit begann unser Wohl sorgenreichster und herausfordernster Tag (laut Google eine Entfernung von 480km in 7:14 h-ohne Pause und Grenzkontrollen- und wir müssen auf 4600 Höhenmeter). Frühstück gab es im Auto. Kurz danach musste sich Mathilda übergeben. Wir vermuten dass die Walnüsse wohl noch nicht reif genug waren und sie sich etwas den Magen verdorben hat. So schrauben wir uns mit unserem kleinen Elend, in Body und Strumpfhose bei mir auf dem Schoß den Berg hinauf. Der Weg führte durch immer trockener werdende Landschaft und wir sahen einige Guanakos.


Die Bergseen waren zugefroren und es war ein wunderschöner Weg nach oben.

An der Argentinischen Grenze (auf ca. 3900m.ü.n.N) ging alles sehr schnell. Wir schnappen die noch leicht säuerlich riechende Mathilda, das andere Kind vom Schlaf leicht verklebt und wir ungeduscht und mit dreckigen Klamotten und bekamen unseren Ausreisestempel.

Es ging weiter, gute zwei Stunden (ca. 130km) durch das Niemandsland zur Chilenischen Grenze über den Pass mit 4624m.ü.n.N..

Wow so hoch waren wir noch nie. Eigentlich wollten wir hier ein Familienfoto machen. Aber Johann schlief und Mathilda hatte die Windel voll, so das wir stattdessen Höhenwickeln mussten.
Vor der Chilenischen Grenze wurden Teile der Straße gebaut, Teile waren gut und manche eher so Mittel wir bewegen uns recht konstant auf 4200m.ü.n.N..
Die Landschaft war irgendwie leer und trotzdem faszinieren. An der Einreise nach Chile packte Mathilda gleich ihre Sandelsachen aus und begann im Kies zu spielen. Wir waren wie schon auf der Argentinischen Seite fast die einzigen und es herrschte Ruhe und Gelassenheit. Auch ein Wüstenfuchs besuchte die Grenzbeamten. Trotzdem wurde alles ganz genau genommen. Erst der Papierkram und dann das Auto. Eine knappe Stunde kostet uns die Einreise, obwohl wir sicher den Kinderbonus hatten und gut vorbereitet waren.

Als wir es geschafft hatten und das Auto wieder gepackt war fuhren wir bis kurz hinter die Grenze und kochen uns blanko Nudeln zum späten Mittagessen (alles was zu ist und nicht frisch und fruchtig darf mit eingereist werden-natürlich fanden sie noch zwei Wallnüsse im Auto, die wir aber gerne abgaben.)

Weiter geht es dann den Berg hinab Richtung Copiapo. Langsam kamen wir tiefer und sehr langsam tauchte wieder Vegetation auf. Wir bestaunen die Farbenvielfalt der Berge. Später auch Pferde und Esel und bis kurz vor der Stadt kamen uns nur vier Autos entgegen. Oben war die Straße nicht so gut ausgebaut. Unten fuhren wir durch viel Baustelle und der Weg zog sich.

Aber die Kinder machten ihren Umständen entsprechend gut mit und hielten die lange Fahrt sehr gut aus! Und so ging ein langer, aufregender, ereignisreiche, erfolgreicher, anstrengender, besonderer und behüteter Tag zu Ende!